Die Lehmhütte in Base

Eine verfallene Lehmhütte. Die Vor- Vorbesitzer waren Kaffee- Orangen- Karottenbauer und haben sie gebaut. Marc und Brigitte kauften von circa 15 Kleinbauern Land und haben es zusammengeführt, und wir dann das große Anwesen von Ihnen vor zehn Jahren.  Landpapiere in Indien sind sehr verworren und nicht geradeaus wie in Deutschland. Deshalb braucht man kluge (und teure) Anwälte, auch derzeit, weil immer werden auch die Papiere der Vor-Vorbesitzer begutachtet. Marc lebte hier und war ein leidenschaftlicher Baumliebhaber, er fing an zu pflanzen, da die ehemaligen Felder voll mit hochgewachsenem Unkraut waren (Lantana – Wandelröschen!). Er hat die Lehmhütte als künstlerisch wertvoll betrachtet, hatte aber keine Nutzung für sie und sie verfiel. 

Wir haben sie mit natürlichen Materialien im alten Stil erneuert und mit Tanz eingeweiht. Sie wurde zur Kantine für die vielen Arbeiter, die Base gebaut haben,

– sie wurde zur Kontemplationshütte

– zurMeditationshütte

– zur Zahnarzt Praxis für Ralph, der die Zähne der landlosen Kein-bauern begutachtete

– zur Konsultationspraxis für Ayurveda von Padmini

 – wurde auch als Pausenraum genutzt, manchmal für ein kurzes Schläfchen oder zum Nachdenken.

Jetzt ist sie das Zuhause von Manimegalai.

 

Manimegelei (schwarze Haare) – Pfeffer und Kaffee zum Trocknen in der Sonne auslegen

   Beim entspannten Nachdenken  über Base!

 

Manimegelai ist unserer ‚Perle’, die hier aufräumt, tolle Gerichte kocht, putzt wie niemand…

Und dort ihre Welt gefunden hat.

Sie ist selbst eine unabhängige, sehr selbständige Frau

die ihr schweres Schicksal in die Hand nimmt (Ihre Ehemann hat sie  mit einer anderen Frau verlassen, von zwei Söhnen  ist einer Epileptiker und trinkt, der andere redet nicht mit ihr weil der erste angeblich zu viel von der Mutters an finanzieller und emotionaler Hilfe verlangt. Früher hat sie bei Ziegelherstellung gearbeitet, ihr Bein war in der Maschine, sie bekam nie Kompensation vom Fabrikbesitzer und nun arbeitet sie hier in Base und fühlt sich hier zuhause – Base bezahlt auch ihren Enkelkindern die Internatsschule in Kodaikanal, somit sind sie aus dem Schlamassel von dem Haushalt eines Trinkers)

Diese Frau trägt immer ein Lächeln für uns auf den Lippen und hat diese Hütte zu ihrem Zuhause gemacht.

Sie ist bewundernswert darin, weil sie so gut hineinpasst und die Hütte hat einen langfristigen Sinn bekommen. Nicht nur passt die Hütte zur Bewohnerin, auch hat die Bewohnerin sich ihr angepasst. Wer sich für das Matriarchat interessiert, sollte Manimegelei kennenlernen: Wie sie ihre Hütte mit dem wenigsten eingerichtet hat und einfach und frei lebt. Und ich hatte in meinem ersten Roman ‚Karmatanz’ ja das Leben von Manimegalei, einer ehemaligen mystischen Figur beschrieben – eine Frau, die Essen gibt und deren Schale niemals leer wird … und bin jetzt tatsächlich einer echten Manimegelei begegnet! (Ist ein eher seltener Name)

Anhand dieser Hütte kann man verstehen, was genau Base ist und wohin es sich entwickelt und warum es besteht.

Restoration – Conservation – Vision – Regeneration ­­– Protection.

Langfristig soll ein botanischer Urwald mit unter anderem Medizin – Gemüse und Obstgarten – eine durch gemischte Natur, ein Landschaftspark – sich entwickeln. Ein Devabhumi, ein Göttergarten!

Alle Seminare die hier stattfinden dienen dem Prinzip und alles Geld geht dahinein. 

Derzeit Avocado, Maracuja, Orangen und Cardamom Ernte

Wir haben noch keine klaren Vorstellungen wie wir Besucher empfangen, ob wir sie anlocken sollen und was es hier genau kostet, da wir selber großzügig investieren und es immer noch ein sich entwickelndes Projekt ist, in das von uns und Anderen gespendet wird. Unsere Besucher stehen somit auf einem Land, welches sie selbst durch ihr Hiersein mitentwickeln und mit entfalten können.

Nun kommt der wesentlich Nachtrag: kaum habe ich dies gestern online gestellt, sagt Manimegelei heute morgen, sie müsse jetzt sofort in ihr Dorf hinunter, ihr Sohn rastete aus, Aber heute kommen unsere ersten Gäste der Yogagruppe, das nun führt dazu das hier Chaos herrscht. Für mich aus dem Westen ist die Emotionalität  in Indien sehr schwer zu ertragen. Weil ich ihr gestern frei gegeben habe und diesen lobenden Beitrag geschrieben habe, werde ich schon bestraft:  Aber sie will dass wir sie anbetteln zu bleiben, das ist das verrückte Ding. Wir organisieren jetzt ein Heim für den Sohn der mental nicht haltbar ist und hoffen sie bleibt während der Gruppe hier.  Vor einer Woche wollte der andere Arbeiter Citra Viel – er ist mein nächster blog- Beitrag – uns kurz verlassen und in sein Dorf, weil sein Sohn einen Selbstmordversuch gemacht hat (hat überlebt) . Also es ist nirgends anderes, einen Betrieb zu führen, auch wenn er noch so klein ist, kostet Anstrengung, weil Menschen Menschen sind und keine Roboter.  Der monatliche Beitrag für ein Heim  für den kranken Sohn müsste dann wiederum Base übernehmen.

“Ach ja, auf der schönen Blüte hockt immer ein Viechle!”

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