Die drei Fragen im Dezember

Sriram fragt, Anjali antwortet

1. Anjali, wie unterscheidest du zwischen Körperpflege und Körperbesessenheit?

Sich pflegen wird dann wenn ich es im Ansinnen tue um einem Anderen zu gefallen zu einer Verschönerung. Oder aber ich möchte mir selbst gefallen und mich schön finden. Finde ich mich aber weder in meinen noch in den Augen eines Anderen überhaut nie schön oder finde ich mich  viel zu schön und mache ständig weiter daran herum mein Selbstbild ins Negative oder Positive zu steigern, dann bin ich bei der Selbstbesessenheit. Schönheit ist in sich vollkommen, ist Harmonie und braucht keine Steigerung.

2. Wie löst man sich aus Körperbesessenheit als Tänzerin oder Yogaübende?

Tanz und Yoga sind Disziplinen bei denen man sich etwas Höherem unterordnet. Durch die bewusste Unterwerfung unter eine Disziplin die einem Idealen dient, löst man sich von Körperbesessenheit. So kann man sich einem Ritual unterwerfen, das verlangt z. B. nicht ungewaschen im Tempel oder in der Küche oder im Yogaraum zu erscheinen. Dazu vergisst man sich. Erst wenn man selbst zu Tanz wird kann man das Ziel erfüllen und das Publikum  erheben, oder von seiner Selbstbesessenheit wegführen. Das ist das wahre Ziel eines jeden guten  „performers“. Bei Yoga kann die Kraft des Atmens den Übenden wenn er sich hingibt so ergreifen, dass das Prana ihn leuchten lässt.

3. Was  würde die Folge einer intensiven Körperdisziplin sein, die anders ausgerichtet ist

Eitelkeit, ständiges Vergleichen mit Anderen, Neid und Unruhe.

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