Dekolonisierung Indiens mit Dipesh Chakrabarty

Wenn es gefühlt 1000 Yogaschulen in Berlin gibt und man nicht mal mehr weiß, welcher Tradition sie entstammen oder auf welche geistige Quellen sie sich berufen, wirkt das geisterhaft. Sie alle verweisen auf ein Zertifikat…am besten sogar von einer deutschen staatlichen oder privaten Organisation…Ist das nicht auch Kolonisierung geistigen Guts? Die Frage stand gestern im Raum: Ob nicht nach der Besetzung der Länder im Kolonialzeitalter jetzt das geistige Gut kolonisiert wird. Dazu führen Multinationale Konzerne fort, was staatliche Administrationen mit Soldaten in den Ländern außerhalb Europas einst durchsetzten…und mit Recht sagte der weise Inder im Auditorium der neuen James Simon Galerie sitzend: braucht Berlin wirklich noch mehr neue Museen? Ist es nicht eine Verschwendung von Stein und Beton und weiter Versieglung des Bodens? In Indien fehlten plötzlich 31 Hügel…sie waren abgetragen hatte er in einer Zeitung in Rajestan gelesen.(Teilweise für Export um in Bejing für die Olympischen Spiel zu bauen),
Die Aussentreppe der JSG wirkt gigantisch, ist zwar klassisch schön um zu verweilen und auf das neue Staatsschloss (auch gigantisch) zu blicken. Aber der Seitenzugang zu der Vortragshalle geht durch ein Nadelohr, ist eng und unpraktisch, menschenfeindlich gar, besonders wenn Autoren noch signieren wollen, während das nutzlose Foyer über der Treppe als Eingang zur ägyptischen Sammlung im Museum dahinter einfach Protz feiert. Um zur Toilette zu gelangen bräuchte man ein Skatboard…wo sind die Bäume???
Hoffnung gibt der rot rot grüne Senat: er hat das ehemalige Haus der Statistik gekauft. Es stand zehn Jahre leer und war der größte Taubenschlag Europas. Durch die Initiative von Künstlern, die es besetzten, hat die Stadt Berlin es vor multinationalen Investoren gerettet (die es abreißen wollten um eine neue Luxus-(Wohn)meile? am Alexanderplatz zu bauen) Jetzt soll darin eine Vision verwirklicht werden, die jeden Bürger erfreuen kann. Genau das was das Humboldforum hätte sein Können….Bürgermeisteramt, bezahlbarer Wohnraum, Unterkünfte für Migranten, Begegnungsstätte und Raum für freie Gestaltung der Kunst. Und da wird nicht verschwendet.
(wwwberlinartweek.de/de/standort/location/statista)

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