‘bed-in’ for peace

Mai-grün, so grünes Grün! Der Frühling erfrischt nach einem Leben in tropischen Gefilden und weckt die Hoffnung aufs Neue.

Wir haben gleich nach unserer Ankunft unter den blühenden Magnolien und Kirschbäumen im Odenwaldgarten das dreiviertel Jahrhundert meines Lebens gefeiert; aber den Tag, so wie es sich gehört, zunächst begonnen mit einem ‚bed–in‘ für Weltfrieden. Das haben schon Yoko und John gemacht – nie damit aufhören ist mein derzeitiger Slogan.

Es nützt: denn friedliche Menschen tragen für eine friedliche Gesellschaft bei, denn die Gesellschaft sind wir. Es gilt jetzt bei sich zuhause anzufangen und für einen gewaltlosen Tagesablauf zu sorgen. Ich glaube, es ist das, was wir diesem Wahnsinn, der uns über die Medien entgegen flimmert, entgegensetzen können.

Also nun kommt das letzte Viertel des weltlichen Daseins! Nennen wir das Altern. Es gibt populäre Bücher darüber. Ich möchte keins davon lesen. Denn es kommt ganz auf das Individuum an, das auf ganz bestimmte karmische Art und Weise bei sich ankommt, wenn die Jahre sich häufen. Es gibt kein kollektives Altern. Ist der Winter nicht auch überall anders? Ein Zurückbesinnen und ein vorwärts Schreiten gleichzeitig, das für jeden eigens bemessenen ist. Manchmal früh manchmal spät im Leben kommt der abgehobene Zustand, könnte man vielleicht die yogische Weltschau nennen, d.h. ein Denken, welches nicht mehr auf die Hüllen schaut, sondern sich der Essenz des Seins nah fühlt. Dieser Lebensnektar ist jenes unvergänglich Ewige, das plötzlich näher rückt und die Hinwendung an Wesentliches kommt ganz natürlich. Eine Art neu gefühlte Freiheit, der ich mich jetzt zuwenden kann, wie die beseelte Hinwendung an den Frühling, oder die Auferstehung, nennen wir das die Erleuchtung?

Trotzdem habe ich nicht die geringste Ahnung davon, was dieses letzte Viertel bringt. Noch mehr kriegerische Gewalt? Noch mehr an sich selbst ‚Besoffene‘, die uns regieren? Warum wählen wir solch dunkle Menschen, die sich zu Lichtgestalten inszenieren. Wer fällt auf sie rein? Erwecken sie Hoffnung, aus dem eigenen Schlamassel rausgezogen zu werden mit prophetischen Versprechungen, die nichts als Lügen sind.

Mein Plan ist, viele schon geschriebene Manuskripte zu verbessern und zu ordnen. Ich möchte weiter nach Base fahren können, es ist ein herrlicher Ort. Nicht nur weil er so wunderschön ist, sondern weil dort das fruchtet, was wir an Liebe und Fürsorge, ja an Aktivität in diesen Ort getragen haben. Dort ein einfaches, naturnahes Leben hineingeschaffen haben. Das Paradiesische nämlich liegt in der individuellen Handlung.

 

Und ich möchte glücklich sein, in einer hoffnungslos sich in Gewaltspirale und in einen gierigen Konsumrausch verstrickende Gesellschaft. Wie das geht, bleibt mein Geheimnis. Verraten kann ich davon nur: ich halte mein Leben lang schon Abstand zu Trends, fühle mich nie als Teil dieser Gesellschaft und suche überall die Besonderen und das Besondere.

Sich in einen Wahn hineinbegeben und den gängigen Feminismus annehmen, der gewaltige Worte ausspuckt, aufmüpfig ist, oder dem trockenen geschlechtsneutralen Strom der Zeit folgt, das alles ist mir fremd.

Mein nächster öffentlicher Auftritt ist in London. Hier werden wir anhand von Sita die Bedeutung der Weiblichkeit und ihrer wichtigen Funktion für den Weltfrieden anhand eines uralten Textes diskutieren. Es wird mein Book-launch ‚Footprints of Eternity – Ramayana Reimagined‘ sein. Der Event ist wieder jener Göttin gewidmet ‚die den Mann siegen lässt und dabei lächelt‘ (aus Lotosblüten öffnen sich, Erstausgabe bei Kösel Verlag, 1987)

Wer kann, komme am 9. Juni nach London,

B.V. Bhavan 19.30

 tubestation Barons court, district line

May green, such a vibrant green! Spring brings a breath of fresh air after the months spent in tropical climes and rekindles hope.

Right after we arrived, we celebrated three-quarters of a century of my life beneath the blooming magnolias and cherry trees in the Odenwald Garden; but we began the day, as it should be, with a “bed-in” for world peace. Yoko and John did that too—’never stop’ is my current slogan.

It helps: because peaceful people contribute to a peaceful society, and we are the building blocks of a society. Now is the time to start – at home, and ensure a nonviolent daily routine. I believe that is something we can set against this madness that flickers at us through the media.

And now comes the final quarter of earthly existence! Let’s call it aging. There are popular books about it. I don’t want to read any of them. Aging depends on the individual, who arrives at themselves in a very specific karmic way as the years pile up. There is no collective aging. Isn’t winter different everywhere too? A looking back and a stepping forward at the same time, measured out individually for each person. Sometimes early, sometimes late in life, the detached state arrives—one might perhaps call it the yogic worldview—that is, a way of thinking that no longer looks at the outer forms but feels close to the essence of being. This nectar of life is that imperishable Eternity which suddenly draws nearer, and the inclining toward what is essential comes quite naturally. A kind of newly felt freedom to which I can now become inclined, like the inspired turning toward spring, or the resurrection—shall we call it enlightenment?

However, I have not the slightest idea what this final quarter will bring. More warlike violence? More self-obsessed people ruling over us? Why do we elect such dark individuals who stage themselves as figures of light? Who falls for them? By making prophetic promises that are nothing but lies do they stir up hope in people that they can get pulled out of their own mess?

My plan is to improve and organize the many manuscripts I’ve already written. I’d like to be able to keep going to Base; it’s a wonderful place. Not just because it’s so beautiful, but because what we’ve brought there—love, care, and even our activity—is bearing fruit. We’ve created a simple, nature-oriented life there. For paradise lies in individual action.

And I want to be happy in a society hopelessly entangled in a spiral of violence and a greedy consumer frenzy. How I manage that remains my secret. All I can reveal is this: I’ve kept my distance from trends my whole life, never felt like part of this society, and seek out the unusual and the special in everything.

Getting caught up in a frenzy and embracing mainstream feminism—which spews out powerful words or follows the dry, gender-neutral tide of the times—all of that is foreign to me.

My next public appearance is in London. There, with Sita as an example, we will discuss the significance of femininity and its vital role in world peace, based on an ancient text. It will be the launch of my book, ‘Footprints of Eternity – Ramayana Reimagined’. The event is once again dedicated to the goddess “who lets the man win and smiles as she does so” (from my book ‘Lotus Blossoms Open’, published by Kösel Verlag, 1987)

If you can, please come to London on June 9,

B.V. Bhavan 7:30 PM

Barons Court tube station, District Line

 

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