Pazifismus

gerade jetzt, vielleicht morgen oder nur eine Zukunftsvision?

„Natur ist unsere Mutter,

wenn wir sie zerstören, zerstört sie uns.“

Wenn wir das Schöne und Gute wie eine Schokoladensoße über unsere kriegerische Welt ziehen, oder uns in Gärten und Lauben zurückziehen, ist das nicht Pazifismus.

Pazifismus benötigt ein Bewusstsein, dass die Dualität zwischen Gut und Böse überwunden hat.

Doch halt: „Der Schöpfer kreierte Devas (göttliche Wesen), Rakshasas (dämonische Wesen), Pflanzen Tiere und Menschen.“ Im Kaliyuga (Zeitalter der Zerstörung) sind mehr Dämonen unter uns als Devas, befürchte ich. Dämonen existieren und sind größenwahnsinnig und gierig – schlicht gesagt böse. Der Umgang mit Dämonen will gelernt sein. In der Jetztzeit bedeutet es, dass, wenn wir uns gemein machen und mit derselben Art den dämonischen Gegner bekriegen wie er uns angreift, verlassen wir die Möglichkeiten, die dem Menschsein innewohnen. Es folgt Zerstörung von göttlichem Bewusstsein, ja auch von dämonischer Gewalt, aber eben auch werden Pflanzen, Tieren und Menschen zerstört. Alles. Befinden wir uns in einer enormen Rückentwicklung statt in der Transformation des menschlichen Bewusstseins?

Wenn werden wir erkennen, dass die Auseinandersetzung mit Waffen mehr Waffen fordern. Und dabei bleibt es nicht. Kriege fordern und fördern auch die Entwicklung noch grausamerer Waffensysteme. Die Waffenindustrie wird zur Mutter, an deren Busen wir uns ernähren und bereichern anstatt der Natur.

Erst wenn wir begreifen, wie wir mit den Dämonen klug und raffiniert, schlau und mit List umzugehen haben – also unseren menschlichen Verstand entwickeln –, werden wir dem Pazifismus eine Überlebenschance geben und damit uns, den Tieren und Pflanzen, sowie auch den Devas, die ein höheres Bewusstsein symbolisieren. Dann kann die Transformation, die in unserem Menschsein angelegt ist, stattfinden.

Auch die Dämonen haben gute Eigenschaften, sie können großartige Wissenschaftler, Künstler, Politiker, Ärzte und Gärtner sein, aber sie bleiben Dämonen. Das zur Erkennen, bleibt die wichtige Aufgabe für Menschen, die sich auf die Suche nach Spiritualität gemacht haben. Und das gerade jetzt.

„Feuer verändert Holz

und der Besitz von Waffen

verändert den Charakter dessen, der sie besitzt.“

Sita zu Rama im Ramayana, das  lange, lange Zeit vor Christus (dem obersten Pazifisten) entstanden ist. Das Menschheitswissen ist überall da, doch wir sind nicht bereit, uns ihm zu öffnen.

Alle Zitate mit Quellenangaben aus

„Als wir die Welt retteten“

Mein Roman, der Menschen gerade heute aktuell berührt. Das habe ich bei meiner Lesung im Literaturhaus Darmstadt vor einer Woche gespürt.

Ich bin dabei, dass Ramayana als spannendes Jugendbuch als

„Ramas Wege aus dem Krieg“ neu zu formulieren.

„Ob das Böse je fällt, ist eine Frage, die sich Menschen wie Götter seit Urzeiten stellen. Dämonen wie Ravana trugen Intelligenz, Wissen, Erkenntnis und Kunstfertigkeit, Ausdauervermögen und sogar die Hingabe an das Gute in sich. Und ob die Güte der Liebe, zu der Eifersucht, Trunkenheit, Rausch, Besessenheit, Gier, Wahn und Zweifel gehören, je ganz über das Böse siegen kann, bleibt unbeantwortet.“

4 Kommentare

  1. Gelebter Ahiṃsā, die Gewaltlosigkeit ist mit harter Arbeit verbunden und kann nicht einfach unhinterfragt mit der Idee des Friedens verknüpft werden. Dennoch: Es geht darum, wie man mit der Umgebung umgehen und von innen her die Gewaltlosigkeit entwickeln will. Das Opfer zu retten ist Zivilcourage. Auf den Täter loszugehen zeigt lediglich die eigene Neigung zur Gewalt. Wer in einen Konflikt hineingeht, ohne im Gegenüber die Gewaltempfindung auszulösen oder zu vergrößern, der ist wahrhaftig gewaltlos…
    Ich hoffe sehr, daß jenes Westeuropa, in dem ich seit der Zeit der Friedensbewegung als Gast lebe, nicht in eine kriegslustige Stimmung gerät.

  2. on further thought…..
    ja Martin, auch hast auch Recht, wir müssen unseren Blickwinkel extrem weiten. Zur Pazifismus Debatte gehört auch die eigenen Taten anzuschauen. Wenn wir den Feind, wie gerade, nur in Putins Regierung sehen und nicht in unserer Herstellung von immer mehr Waffen, die unsere Länder auch in Wohlstand führen, wenn wir nicht sehen, dass das Waffenarsenal das die Nato aufgebaut hat UND VERGRÖßERN WILL, FÜR JEMAND SO BEDROHLICH WIRD, DASS IHN ALLE GUTEN GEISTER VERLASSEN und er wild drauflosschiesst…das hat auch was mit der Abwesenheit unserer pazifistischen Gesinnung zu tun. Das darf man aber kaum noch sagen, Selbskritik ist out. Deshalb hauen wir auf Putin und seine Schergen drauf und vergessen, wie viel Leid es der Erde bringt… wie umweltschädigend Kriege sind, und die Erneuerung mit neuen Waffen, wo man Leute schon anmacht, wenn sie in den Urlaub fliegen…was soll das eigentlich?
    Friede zu schreien reicht nicht. Stoppt Waffen sofort, sie sind der größte Zerstörer und sie treiben die schädliche Klimakrise noch schneller voran. . .Die Europäer haben Angst von Russland überfallen zu werden, weil sie nämlich so viele andere Völker überfallen und kolonisiert, ja ausgerottet haben. Insgeheim fürchten sie ihr Karma. „Was wir getan haben, wird jetzt uns angetan!“ Der Russe nimmt uns ein und macht uns zu Sklaven seiner zynischen Denkmethode. leider sind wir in dem Rad gefangen.

  3. „Natur ist unsere Mutter, wenn wir sie zerstören, zerstört sie uns.“ … finde ich unglücklich formuliert …. so wie ich Mutter Natur verstehe, müsste es heißen: „Natur ist unsere Mutter, wenn wir sie zerstören, kann sie uns weder nähren noch auf andere Art retten.“
    Sie ist nicht rachsüchtig, sondern (meistens und in vieler Hinsicht) sehr liebevoll, aber mit zerstörten Funktionen kann auch das nicht mehr helfen.
    Wir denken so oft viel zu egoistisch und zu kurz … mit so eingeschränktem Blickwinkel. Und wir hätten (fast) alle die Möglichkeit, besser zu verstehen, wohin führt, was wir tun, …. aber wir schauen lieber woanders hin.
    (Ich nehme mich nicht aus – und ich habe auch keine Patentrezepte!)
    Die einzige Lösung, die aus meiner Sicht fähig scheint, das Elend aufzuhalten, scheint in der liebevollen und opferbereiten Weitung unserer Blickwinkel zu liegen. Was wir wirklich umfassend erkennen und verstehen, kann unser Handeln und sogar den verbreiteten Egoismus tatsächlich verändern.

    • Lieber Martin
      wenn wir weiter so mit der Mutter Erde umgehen, antwortete sie mit Dürre, extremer Hitze, Sintflut, Erdbeben und zerstört so uns….das ist logisch und es ist nicht gemeint, das die Erde rachsüchtig wäre. Es ist übrigens ein Zitat der Kerala Dichterin Sughatakumari.
      Unseres Handelns zieht solche Konsequenzen nach sich…und die Erde im hinduistischen Sinn ist auch die Shakti, die die Dämonen aufsaugt…und deren Bluttropfen trinkt, denn die, wenn sie auf die Erde fallen, sich verhundertfachen und neue Dämonen entstehenlassen(aus einem Krieg entstehen viele neue Kriege usw.)
      Liebe Grüße aus Berlin
      on further thought…..
      ja Martin, auch hast auch Recht, wir müssen unseren Blickwinkel extrem weiten. Zur Pazifismus Debatte gehört auch die eigenen Taten anzuschauen. Wenn wir den Feind, wie gerade, nur in Putins Regierung sehen und nicht in unserer Herstellung von immer mehr Waffen, die unsere Länder auch in Wohlstand führen, wenn wir nicht sehen, dass das Waffenarsenal das die Nato aufgebaut hat UND VERGRÖßERN WILL, FÜR JEMAND SO BEDROHLICH WIRD, DASS IHN ALLE GUTEN GEISTER VERLASSEN und er wild drauflosschiesst…das hat auch was mit der Abwesenheit unserer pazifistischen Gesinnung zu tun. Das darf man aber kaum noch sagen, Selbskritik ist out. Deshalb hauen wir auf Putin und seine Schergen drauf und vergessen, wie viel Leid es der Erde bringt… wie umweltschädigend Kriege sind, und die Erneuerung mit neuen Waffen, wo man Leute schon anmacht, wenn sie in den Urlaub fliegen…was soll das eigentlich?
      Friede zu schreien reicht nicht. Stoppt Waffen sofort, sie sind der größte Zerstörer und sie treiben die schädliche Klimakrise noch schneller voran. . .Die Europäer haben Angst von Russland überfallen zu werden, weil sie nämlich so viele andere Völker überfallen und kolonisiert, ja ausgerottet haben. Insgeheim fürchten sie ihr Karma. „Was wir getan haben, wird jetzt uns angetan!“ Der Russe nimmt uns ein und macht uns zu Sklaven seiner zynischen Denkmethode. leider sind wir in dem Rad gefangen.

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