Großbrand in Base und unsere Hundebabies trösten

3 Acre Land von BASE sind gestern abgebrannt. (etwa 1 1/2 Hektar) Nur weil der Wind sich gedreht hat und das Feuer den Berg rauf und nicht runter getrieben hat, haben wir so quasie überlebt. Wir stehen unter großem Schock, ich kann gar nicht zur Strasse rauf und mir den Schaden ansehen, ohne das mir das Herz bricht, unsere 300 Bäume Junganpflanzung, viele kleine wilde und extrem unter Naturschutz stehende Sandelholz bäumchen, und wertvolle alte Bäume, (einige vielleicht können wieder zurückkommen) sind kaputt. Es sieht aus wie nach der Apokalipse, wurde mir berichtet. Ich hatte meine Sachen schon gepackt, konnte aber nicht die Arbeiterinnen, die mir so sehr ans Herz gewachsen sind und erstmalig ein super team bilden, die auch zu mir stehen, zurücklassen. Dazu die jungen Hunde, die Kühe waren in Sicherheit. Sriram ist nun mit den Behörden beschäftigt, Polizei, und Forest office und Bürgermeisteramt….
Unser Nachbar hatte vor wochen schon 6 hektar von seinem Waldbesitz gerodet mit Bagger -Machienen, (die landslides verursachen werden!!!) und wir waren schon mit anderen Nachbarn Aschwin und Familie, von weiter unten im Tal, bei den Behörden in Kodekanal…dann unser schrecklicher Belzebub Mahendra, (der als Sailer auf einen griechischen Schiff arbeitet und einfach Geld hat und dem eingefallen ist, er könnte ja hier eine Farm aufbauen, ohne geringstes wissen) hat nachts die Bäume abgebrannt und die Feuer unbewacht gelassen.
Dann aber hat er gestern, an einem extrem heißen Tag mit Winden um zehn Uhr morgens seine Rest Lanterna-unkrautbüsche und auch seine wertvollen Bäume verbrennen wollen, das Feuer mit 4 Leuten viel zu nah an unsere Grenze gelegt. Wie dumm müssen die sein.!!! (Männer zündeln gern und bekommen einen kick das Feuer zu kontrollieren, und sie standen mit dummen Gesichtern da, als die massive Feuerbrunst in wenigen Minuten hochflammte , ich kam die Straße hochgerannt und bekam einen Schreianfall. In weniger als 5 Minuten griff das Feuer über und der ganze Wald stand in Flammen.) Wir rannten zu den Wasserstellen, alle kämpften mit Schläuchen und. Eimern an der Strasse, das das Feuer nicht auf die andere Seite wo unsere Häuser stehen kommt. Es waren unsere freiwilligen Helfer, die im Einsatz waren, wir riefen zwar die Behörden an, aber all sind im Großeinsatz.. weil….
Gegenüber brennt seit 3 Tagen der Nationalpark, eigentlich müsste es in den Medien sein, aber wir sind hier weit weg und es leben da nur Adivasis und wilde Tiere, kilometerweite Waldbrände….und dann tragen manche in den Städten Plaketten mit „save our rainforests!“ und keiner von euch der das hier liest, hat wahrscheinlich eine Ahnung, was das heißt.
Deshalb haben wir den Kampf aufgenommen. Sriram war gestern und ist heute wieder bei der Polizei, beim forest-office und Bürgermeister. Sein Bruder in Chennai hat versprochen, die höheren Regierungsbeamten anzusprechen, die er kennt….ich weiß, es ist wie in ein Bienennest stechen, wenn man in Indien an die Korruption auf den Behörden denkt….aber irgendjemand muss ja mal was machen, denn es sind immer die kleinen Feuer bei denen Männer denken, wir haben sie unter Kontrolle, die diese Brände auslösen. Frauen legen hier in Indien nie Feuer außer am Herd.
Eigentlich wollten wir Yogaüben und Bücher schreiben und ein wenig unterrichten in ein paar kleinen Camps….unser Karma hier scheint anders, es gleicht einen konstanten Häuten und Aufräumen (das Haus unserer ex-partner z. b. , das rockhouse, ist abgesackt, das Fundament war nicht trocken genug etc. , es hat zu schnell fertig sein müssen etc….long story, ….wir müssen das jetzt aufwenig restaurieren. Der Specht macht die Holzfenster kaputt, und die Affen dringen in Horden ein.
Yeah…wildlife!!!

5 Kommentare zu “Großbrand in Base und unsere Hundebabies trösten
  1. Barbara.mil@web.de sagt:

    Liebe Anjali,lieber Sriram
    Das ist furchtbar und schrecklich Dieses wunderbare Land ,dass Jahrzehnte gewachsen ist,wegen kapitalen und eigenen Intressen einfach zu zerstören.Unfassbar!!!Da ich letztes Jahr da war und schon gesehen habe ,wie es aussieht wenn das Feuer wütet kann ich es mir gut vorstellen und unter welchen großen Schock ihr steht.
    Toll! dass ihr etwas dagegen unternimmt,obwohl es so schwer ist gegen die Machtstrukturen vor zu gehen.Genau dies braucht die Welt und die Natur, Menschen die sich für die Natur einsetzen!!!!!!!!!
    Ich danke euch für euren Einsatz, wünsche euch viel Kraft und lasst es mich wissen, ob wir euch in irgend einer Weise unterstützen können.
    Alles Liebe und viel Kraft Barbara

  2. Liebe Anjali, lieber Sriram,
    Es ist kein Kampf gegen Windmühlen, den ihr da aufgenommen habt. Sondern einer gegen Dummheit, Ignoranz, Korruption und Naturgewalten. Ihr erlebt jene Katastrophen am eigenen Leib, von denen wir hier nur lesen: in kurzen Schlagzeilen, an die wir uns gewöhnt haben. Deren Informationsgehalt wir wahrnehmen, aber nicht, wie sich sich anfühlen. Ihr erlebt, wie all diese Dinge zusammenhängen,sich gegenseitig bedingen und verschärfen, die Dummheit, die Ignoranz, die Korruption und das, was die Natur treibt. So heftig, kaum auszuhalten. Ihr steht auf verbrannter Erde, ihr riecht verbrannte Erde, seht, wie eure Anpflanzungen zunichte gemacht wurde. Das muss man erst mal aushalten. Ihr haltet aus. Ihr bleibt. Ihr kämpft. Mir dem Wissen, wie es anders sein könnte, und der täglichen Erfahrung, die euch nahezu in die Kapitulation treibt.
    Ihr müsst mehr werden, denn wenn die Last auf viele Schultern verteilt wird, ist sie leichter zu tragen. Und wenn ihr mehr seid, wächst eure Kraft. Gestern kam ein Aufruf, ein dringender Aufruf von den Johannitern für die Flutopfer in Mosambik und Malawi. Unicef ruft auf, Menschen in Syrien und im Libanon zu helfen, Pater Sporschill ruft auf, Kindern in Rumänien zu helfen, Schulkinder in ganz Europa gegen freitags auf die Straße und demonstrieren gegen die Klimapolitik der Industrienationen… Ihr müsst mehr werden. Ich will euch unterstützen. Wie kann ich helfen?

    Danke, dass du schreibst über das, was ihr seht, erlebt, erleidet. Erhofft. Erkämpft.
    Ino

    • Anjalisriram sagt:

      Stimmt Irene, was du schreibst. Wir mussten das atmen, die Lungen fühlten sich schwer an. Wir riechen das Verkohlte bis jetzt, wir hörten das bedrohliche Flackern, auf der Haut fühlten wir den Staub des Feuers, sehen das rote Inferno vor uns und sind seelisch erschöpft, weil wir dagegen ankämpfen mussten, ins Feuer hinein mit unseren Wassereimern und Schläuchen. Nach meiner Info fragt gleich ein junger Freund, habt ihr Fotos? Als wir das Feuer bekämpften waren wir in Panik, wer denkt da an Fotos in der Windeseile mit der das Feuer alles frisst? Wir sind froh, dass es uns nicht erwischt hat. Was hat jemand davon sich das anzuschauen? Warum will die Welt Bilder von solchen Szenarios sehen….ein Hektar Wald abgebrannt….?Weil sich Menschen in ihren Luxusblase weite entfernt von der Natur mächtig langweilen?
      Du hast auch Recht wir müssen mehr werden.
      Aber auch yogaübende wollen in ein Luxusretreat nach Mallorca fahren und dort neben dem swimming pool yoga üben und sich saugut fühlen und fit machen für einen stressvolle Welt im Bürotürmen. Wer will ihnen das übelnehmen. Karma oder dharma sind heute Begriffe, die sie nicht mit yoga verbinden. Eher body-streching.

      Wie sollen wir da mehr werden? Wir wenden uns jetzt hier an eine NGO DIE SICH ÖKOLOGISCHEN THEMEN WIDMET. WIR haben PHOTOS VON DER ZERSTÖRUNG GEMACHT. HEUTE MORGEN.
      Sriram WIRD DEN GANZEN TAG AM TELEPHON SEIN, Ich bereite einen Artikel für den Hindu vor, Gott gib uns Kraft. Danke Ino, das du uns geschrieben hast..

  3. Joachim sagt:

    Liebe Anjali, lieber Sriram,
    vorstellen kann man sich oft nur tatsächlich das, was man auch am eigenen Leibe erlebt hat. Aber ich war im letzten Jahr so viel in Auroville und habe erlebt, wie wichtig das Thema ‚Bäume pflanzen‘ dort dort in den Pionierzeiten war und wie aktuell es immer noch ist. Auch am Arunachala in Tiruvannamalai hat ein großes Aufforstungsprogramm stattgefunden in den letzten Jahren und ich habe die Ergebnisse gesehen. Insofern habe ich vielleicht wenigstens eine Idee davon, wie furchtbar es sein muss, wenn man so viel aufgebaut hat wie ihr und das alles in kürzester Zeit zunichte gemacht ist. Auch was es heißt den Kampf mit indischen Behördenaufzunehmen habe ich zumindest indirekt über meine Schule in Auroville mitbekommen. Es gehört so viel Kraft dazu – und die nötige Gelassenheit angesichts der übermächtigen indischen Bürokratie. Und dann was du über euer Karma schreibst erinnert mich an die Gespräche, die wir im letzten Jahr und auch vor ein paar Wochen noch hatten. Auch damals schon klang das Häuten und Aufräumen an. Mir bleibt vom fernen Leben in der Stadt nur euch auf diesem Weg Mut zu machen und mit euch zu hoffen, dass ihr ein Stück weiter kommt in eurem Kampf gegen das schier Unmögliche. Aber wer, wenn nicht ihr?
    Alles Liebe und viel Kraft wünsche ich euch, Joachim

  4. Klaus Franz sagt:

    Liebe Anjali, lieber Sriram,
    tief erschüttert habe ich Euren Bericht der Ereignisse gelesen.
    Nun habe ich entschieden, dass anlässlich der Meditation morgen Abend und der Übungsstunden nächste Woche in meinem Studio das Mantra erklingen soll, dass Du, lieber Sriram, uns anlässlich des letzten Jahrestreffens gelehrt hast:

    Om
    Svasti prajābhyaḥ paripālayantāṁ
    nyāyena mārgeṇa mahīṁ mahīśāḥ ।
    gobrāhmaṇebhyaśśubhamastu nityaṁ
    lokāssamastāssukhino bhavantu ॥
    oṁ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ

    Lass alle Menschen immer beschützt sein auf einer Erde,
    die unter guten Führungen einen gerechten Weg geht.
    Lass das Wohl aller Lebewesen und geistigen Kräfte gewährt sein.
    Lass die ganze Menschheit zu Glück finden.

    Möge die Essenz dieses Mantras auf eine gute Weise ihren Weg zu Euch finden!

    Von Herzen liebe Grüße
    Euer Klaus

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*