Berlin, Sommer

Es ist heiß und trocken. Eine Lähmung scheint über der Stadt zu liegen. Durch Covid gezähmt und vom nahen Krieg geschockt.

Eine junge Freundin, die bei Fridays for future mitgelaufen ist, habe ich gefragt: „Wo seid ihr?“

Sie antwortete lächelnd: „Der Krieg ist jetzt das Hauptthema. Niemand schreibt mehr über uns.“

„Und was denkst du jetzt?“, frage ich weiter.

„Waffen sind keine Lösung in der Welt, in der wir angekommen sind. Waffen werden immer destruktiver und haben keine Zukunft. Sie sind rückständig. Völlig outdated.“

Toll, dachte ich und dachte weiter, sag das mal der Waffenindustrie. Sie beherrschen unser Denken, denn sie manipulieren unsere Politiker, schaffen ein System der Norm,  an die Schreiber, Denker, Künstler sich halten und darin jetzt als Gefangene leben. Denkst du anders, wirst du als rechtsradikal abgestempelt. Oder als wirr und irrgeleitet angesehen. Längst werden wir schleichend Gefangene von einem gewaltvollen Denken.

Es liegt eine Starre über den Menschen. Ahimsa, die Gewaltlosigkeit ist auch outdated.

Kriegslogik wird argumentativ unterstützt und auch bei ehemals spirituell Suchenden verzweifelt an den Haaren herbeigezogen, indem sie altes Wissen umdeuten.

Die Macht der Waffensysteme ist zu stark geworden. Um dagegen zu sein, braucht es Mut. Und Wut. Dann entwickeln sich andere Visionen. Diese innere Kraft kommt, wenn die Vision Friede ist und Mitempfinden mit der gesamten Kreatur und besonders für die Erde empfunden wird. Nur dann lässt sich der Kampf gegen die Umweltzerstörung noch kämpfen. Der Klimawandel wird durch die Ausstöße kriegerischen Auseinandersetzung massiv verstärkt.

Mit einer Logik, die das nationale Denken fördert, das Schwarze vom Weißen abgrenzt und nicht vermischt oder austauschen kann, ein Inder ein Inder ein Deutscher ein Deutscher ist und bleibt, überall die ukrainische Flagge rum flattert – als welches Symbol?, keiner denkt noch darüber nach -, wenn Dinge als ethnisch benannt und festgelegt werden, kommen wir in eine abspaltende Sackgasse. Ins trennende, vergleichende und dämonisierende.

Milliarden sollen jetzt bereitgestellt werden, um von unseren Steuergeldern neue Waffensysteme für die Armee zu kaufen. Denn sie soll unsere Freiheit verteidigen. (In der Ukraine!!!)

Wahnsinn, Leute, wir brauche diese Milliarden für unsere Gesundheitssystem und die Bildung, für Krankenhäuser und Schulen, wir brauchen das Geld, um Leben zu retten, statt Ideen von Nationen.

Das nenne ich Freiheit.

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