AUFSTAND DER FROMMEN FRAUEN

Ich lebe die halbe Zeit des Jahres in Indien. Der Elefantenurwald grenzt an unser Gebiet. Dort gibt es einen Tempel für Sakti. Nur Frauen haben Zutritt und lenken dort das Pudja (Gottedienst) Es gab und gibt noch – aber immer weniger – viele solche Heiligtümer in Indien. Männer verhalten sich respektvoll und auf Abstand. Sie respektieren die Kraft des Weiblichen. Leider ist im Zuge der zum Liberalisierung und der – wie derzeit unter der Modiregierung – Ausnützung solcher Heiligtümmer und ihrer Religion für politische Ziele angesagt. Tempel werden zur Machtdemonstration benutzt. Hundertausende Männer in schwarz ziehen mit Sonderbusfahren zu einem Heiligtum in Kerala und es sieht aus als wären sie auf Jungesellen-abschiedsfahrt. (Frauen dürfen dort nicht hin solange sie im Menstruationsfähigen Alter sind, sprich zwischen 12 und 54 – vielleicht um sie vor den Männern zu schützen oder um jene nicht von der Andacht abzulenken.) Die männlichen Heiligtümer sind „in“ und und die für Frauen gehen unter. Da sollte sich bei allem Respekt für ihr Wirken Tripti Desai Gedanken machen, ob sie ihre Kraft nicht in einen Tempel für „women only“ einsetzten will. (Zeit, 9.6.16)
Es gibt christliche Männer- und Frauenklöster. Warum kritisieren wir das hier im Westen nicht im? Ich bedauere die Entwicklung in Indien und da Saturn – das ist der besagte Gott des Tempels aus ihrem Artikel – für ungute Einflüsse gefürchtet wird, brauchen Frauen da gar nicht hingehen, sie könnten ihre Kraft besser in einen Frauentempel für gute Einflüsse und wichtigere soziale Gerechtigkeitsreformen und Frauenthemen einsetzten.

Das ist die auch das Fatale am Feminismus. Es wird um  die männlich besetzten Domänen gekämpft und dabei werden die letzten noch exklusiv von weiblicher Hand gelenkten Geschehen aufgegeben oder völlig verloren (besonders in Ländern wie Indien, Europa war schon immer frauenfeindlich und Frauen hatten wenig Domänen überhaupt – anders dagegen  in Indien, es gab und gibt noch ein  funktionirende Matriarchat in manchen Gesellschaften, auch ist der Hinduismus, weder die Muslime frauenfeindlich, dagegen ist das Christentum nach Paulus immer frauenfeindlich gewesen)

Derzeit arbeite ich an einem spannenden Roman über Frauen in Indien heute.
„Satsang mit Yogi, vom fliegenden Gott geküsst.“

 

4 Kommentare

  1. „Es wird um die männlich besetzten Domänen gekämpft und dabei werden die letzten noch exklusiv von weiblicher Hand gelenkten Geschehen aufgegeben oder völlig verloren.“

    Das finde ich auch wirlich schade. Aber wenn ich mit Feministinnen hierüber spreche, werde ich oft angefeindet. Ich verstehe diese Philosophie manchmal nicht.

  2. Liebe Anjali, ich habe gerade den Bericht über den Sakai Tempel gelesen. Kannst du mir bitte schreiben wo sich der Tempel befindet, in Kerala? Ich organisiere für nächstes Jahr eine Frauen-Yoga-Reise nach Kerala, es wäre etwas sehr Besonderes diesen Tempel zu besuchen.
    Vielen Dank.

    • Ja der ist in den Pallani hills sehr weit abgelegen und gehört den eingeborenen. Ich möchte ihn nicht auf den Touristenpfad stellen, er gehört den Betenden….ich konnte nicht antworten weil ich gehackt war

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