Alles Leben kommt aus dem Wasser – Strand vor unserm Chennai Haus

Wasser eine Gottheit? Zornig, sich entziehend oder sanft und liebevoll. Haben wir Menschen Einfluss auf sie?

Das gilt es zu bedenken.

Dieses Jahr konnten wir nicht in Chennai landen, wir wurden auf dem Weg dahin überrascht: Der Airport stünde unter Wasser! Er wurde übrigens in ein Flussbett gebaut, wie sehr viel von Chennai. Die ganze modere Autoindustrie des Westens von VW bis Mercedes liegt in trockengelegten Moorlandschaften, die Feuchtgebiete wurden trockengelegt um chic und hip die Appartement Hochhäuser hochzuziehen für die neue Konsum-orientierte Gesellschaft. Die moderne Straße OMR der Computerindustrien ist jetzt nur mit Booten zu befahren und tagelang war der Strom weg. Das Schlimmste: Kanäle und Wasserwege sind mit Plastikmüll verstopft. Auch wenn die Häuser bis zum ersten Stock unter Wasser standen und es jetzt absickert Moskitos und Dingofieber sind die normalen Folgen.

Die Entwicklung in Chennai mitzuerleben in den letzten 20 Jahren hat mir immer das Herz gebrochen. So kamen wir auch zu BASE und unserem Grundstück in Kombe, es war auch eine Flucht vor der Industrialisierung einer einst ländlichen Stadt.

Zurück zu unserem Flug – wir wurden am 2. 12. nach Bangalore geflogen und konnten von dort mit dem Auto bis Kodaikanal. Dort haben wir Lebensmittel für eine Woche gekauft und nach einer Fahrt auf vom Wasser zerbrochenen Straßen waren wir dann „zuhause“ im Regenwald. Hier regnet es nämlich auch wie verrückt seit 3 Wochen ohne Unterbrechung. Unser Haus ist trocken, aber alles ist klamm. Wir haben 100% Luftfeuchtigkeit. Unterhosen kann man nicht waschen, nichts rein gar nichts kann man waschen. Aber die Luft und das Oxygen sind umwerfend. Jede Zelle des Körpers nimmt das hier auf, und belebt das Gehirn. Alle unsere 1000 neugepflanzten Bäume recken sich und lächeln uns an mit noch mehr Luftaustoß….die Wasserfälle rauschen, die Elefanten sind nachts unten bei Joss Haus und das Wasser fliesst hinunter und hinunter ins Tal. Und wenn es dann ins Meer fließt – bei unserem Madras Haus sieht der Strand wüst aus. Was die Menschen alles für Abfälle erzeugen tut weh.

In Deutschland zu Weihnachten denkt man nicht an so etwas. Sicher diskutiert man über Waffen und deren Einsatz oder Verkauf. Aber ich sage: Maria ist die Wassergöttin und sie kann gar nicht mehr gebären und kreieren wenn sie nicht rein bleibt. Der christliche Glaube hat Maria verdreht und die Naturgötter einst vertrieben und jetzt schlagen sie zurück. Erst wenn wir weniger konsumieren und Müll erzeugen besonders – zu Weihnachten – gibt es eine Rettung für unsere liebe Frau, die Erde. Das Gerede unserer Politiker ist nutzlos, Medien produzieren gezielt Ablenkung von der wirklichen Problematik, involvieren sich in Kriege und kreieren Angst in der Bevölkerung. Der Wandel beginnt bei jedem von uns. Müll nach zu viel Konsum ist das wahre Problem. Auch der Müll nach den gewonnenen Kriegen.

Deshalb sind wir in den Regenwald und pflanzen und selbst wenn es nur ein Tropfen ist in dem Ganzen. Weihnachten schenken wir nichts und konsumieren nichts sondern pflanzen Bäume, die das Wasser halten. Die Wälder sind Shivas Haare, und er war kein Glatzenträger sondern trug die langen Rastas in denen er die Ganga zähmte.

Auch wenn es alles sehr beschwerlich ist, tagelang ohne Strom, als wir ankamen ohne Gas zum Kochen, (diese Woche eine der unannehmlichsten meines Lebens) wird Weihnachten für uns Verehrung der Geburt des Grünen. Die Menschen zum arbeiten zu motivieren ist unser erster Schritt, sie wollen alle Geld verdienen um einzukaufen. Und wir bezahlen 6 € Tageslohn /400.Rupien und das ist über dem Durchschnitt, unser Nachbar ein organischer Farmer bezahlt weniger und wir dürfen die Preise nicht versauen. Die Frage bleibt haben Menschen Lust was zu tun wenn sie keine Belohnung bekommen mit der sie konsumieren können?

Unser erstes Haus hier ist schön und hell und fertig. Es bietet Unterkunft für 4 Menschen und hat sogar ein luxeriöses Bad. Drei weitere Häuser haben wir gestern begonnen, denn es ist Neumond vor dem Margeri Monat. Margeri ist der heilige Monat in dem man nichts Neues beginnt. Deshalb haben wir vorher hier sein müssen um den Anfang zu machen.

So geht nun unser Projekt weiter und weitere 1000 Bäume kommen morgen mit dem Auto hoch und werden angepflanzt. Wir müssen die Menschen motivieren, dazu sind wir hier. Da wir die Wasserwege freigelegt haben rauschen die Wasser ins Tal und wir haben 0 Überschwemmungen.

Es ist grün und grün und grün. Die grüne Tara. Die Grüne Frau. Grün ist kreativ und gibt Leben. Unsere Kuh Lakshmi macht das Gras klein und ihr kleiner weißer Sohn Snow läuft ihr hinterher.

In der ZEIT stand: „der Einmarsch der Armeen hat nichts gebracht, außer das Afghanistan jetzt nicht mehr im Steinzeitalter ist“. Was bringt das den Menschen dort, warum dürfen sie nicht im Steinzeitalter sein? Wahrscheinlich braucht die erste Welt Absatzmärkte der dann wieder als Müll angespült wird.

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