Akhil Andishvari und Jambulingishvara im Tiruvaanei Tempel

Der alte, mehr als tausend Jahre alte Tempel lag in der Mitte auf unserer Streck von Chennai nach Base/Kodaikanal in Trichi. Er ist riesengroß, eine alte Tempelstadt umgibt ihn. Man geht von Tor zu Tor.

Wir betraten den Tempel zunächst durch ein Südtor. Der Neembaum war mit dem Bo-/Arsai Baum verschlungen und hochgewachsen,. Ein Stück wundervolle Natur neben Blumengarten und Wasserbecken begrüßen mit dem kleinen Ganeshaschrein.

Tempel, was bedeuten mir Tempel? frage ich mich.

„Beware of Cultural appropriation, dont pretent beeing a Hindu, go only in there as a tourist or an onlooker“ mahnt die Stimme meines denkenden Gehirns. 

„No, I want to expirience something beyond rationality“,  sagt meine Seele.

„Get knowledge of other cultures!“ befielt mein Intellekt. 

„Ok, all you voices  I need to go further in, I am curious!”beginnt ein Jubeln in mir: 

Here I am… touched by space, the huge empty space. Old stones, space, the ether!

Die Sinne springen an. 

Und dann dominieren die Sinne Intellekt, Seele und Gedanken.

Es riecht nach Weihrauch, Kampferschwaden und Samrani wehen. Du riechst die Asche der Vergänglichkeit. Du spürst Ewigkeit auf den tausend Jahren alten, von der Sonne gewärmten Granitsteinen. Die nackten Fußsohlen brennen angenehm. Im Inneren angekommen, sehen die Augen Glanz um das Schwarze, sehen Licht um das Dunkle. Die Mantras tönen ringsum ­– hier passen sie und erzeugen Harmonie. Dann weiter ins Innere – , es herrscht Andrang, begeistert drängeln sie sich vor dem Allerheiligsten, dem Linga im Wasser, um Jambulingishvara die Besucher. Shiva als das Wasserelement gesehen. Kein Durchkommen für mich, zu groß, zu eng die  Menschentraube. Aber dann gibt es die versteckte Luke, ich muss nur niederknieen, mich dazu bücken und welch Wunder:  der Blick geht durch die Beine der im Muster organisiert Stehenden direkt auf das blumengeschmückte schwarze Linga im Wasser,  um das der Priester die Flamme schwenkt. 

Neunmal renne ich anschließend mit Anderen um die Statuen der Planeten. Laufen im Kreis tut hier so gut. Es geschieht das Mitfliessen im Strom der Anderen von selbst. Dann in einem Nebenschrein schnalzen wir vor dem hüfthohen schwarzen Saturn, der mit weißem Tuch bekleidet ist,  das Hindernde, das Schlechte  hinweg. Und weiter geht’s bis zum großen Tor, vor dem die Trommler vorbeiziehen und der Elefant; und wie klein er in diesen hohen Gängen wirkt. Dahinter ist sie: Die Mutter der Unendlichkeit, Akhilandishwari. Aus ihren Pataka – Handgesten, eine zeigt nach oben eine nach unten, was die Buddhisten dann später übernahmen in manchen Buddhafiguren –  leuchten Smaragde und funkeln  dir Segen zu. Warum denke ich plötzlich an die Wunden der Nägel des vom Kreuz genommenen Christus? Wollten alle Religionen Ähnliches mitteilen?

Es geht um die Punkte in den Handflächen, in den Füssen,  die uns erleuchten, wenn wir noch transzendentes Fühlen erlauben können. 

Ananda Erfahrung – das Wichtigste um zur Ruhe zu finden in dem geordneten Ablauf eines Tempel vor dem Chaos,  das Menschen da draußen anrichten. 

Mutter und Kind, du betest an die Mutterschaft, für alte Mütter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.