Drei Fragen im Februar

Anjali fragt, Sriram antwortet

Was ist die größte Gefahr für einen Yogalehrenden?
Ich habe Angst davor, dass die Beschäftigung mit dem Yoga-unterricht größer wird als die mit dem Yoga.

Konkret?
Wenn ich mehr Kraft und Zeit investiere für die Unterrichtsaktivität als ich durch die eigene Praxis ausgleichen kann, bekomme ich ein Problem: dann bin ich mehr von meinem Unterricht beeinflusst als von der eigenen Praxis.

Gerade Du kannst doch als aktiven Lehrer nicht mehr Stunden üben als Du unterrichtest?
Ich glaube, der Ausgleich muss und kann nicht über die Anzahl der Stunden stattfinden, die man mit Praxis auf der Mitte verbringt. Sondern über das Bewusstsein…

6 Kommentare

  1. Liebe Angali, lieber Sriram,
    das ist schon so, dass die eigene Praxis manchmal zu kurz kommt.
    Bei mir stelle ich fest, dass es Gruppen gibt die ich schon längere Zeit unterrichte,
    ich in einen Bewusstheitszustand ohne großes Bemühen komme. Da fühle ich
    mich schon in meiner Mitte .
    Jedoch das Üben auf meiner Insel wo ich ganz alleine mit mir bin, wo ich dann
    kein Lehrer bin, sondern nur mit mir, ist immer wieder eine wichtige Begegnung.

    • Da glaube ich eben, dass deshalb diese Selbst-Begegnung die wichtigste Kraftquelle ist, wirklich aus einem Selbst anderen das mitteilen zu können, was wir im Unterricht mitteilen wollen.
      sriram

  2. Liebe Anjali, lieber Sriram

    Danke für diese Frage. Warum dauert es so lange, bis man sich dem bewusst wird? (YS 2.16)

  3. Wer souverän genug ist mit dem Gelernten umzugehen – dabei den Leitfaden halten kann, für den wird Unterrichten zur kreative Platform, bei der der Lehrer selber sehr viele neue Erkenntnisse sammelt. Sozusagen wird ein Lehrer zum Yoga-choreografen und eröffnet sich neue Dimensionen des Unterrichtens. Aber jeder Choreograf ist ein Stilist und kennt sein Metier genau. anjali

  4. Hallo an euch beide!
    Für mich ein Weg der Wertschätzung (meiner Selbst) und auch der Ehrlichkeit. Mein Leben ist SOOO reich an vielem, an sehr viel im Aussen, wo ich einfach DA sein darf. Die Zeit auf der Matte, die Zeit mit MIR, wo auch immer, ist rar. Dennoch unsagbar wichtig. Ich habe bemerkt, dass ich immer wieder auch haderer, vergleiche, mich „schelte“ – weil ich eben NICHT täglich in einem üppigen Maß Yoga auf der Matte übe. Erst seit dem ich dies erkannt habe geht es mir besser. Die Zeit morgens beim üben variiert, mal sind es eben nur 30 min, dann wieder 45, am WE auch mal 1 Stunde und mehr. Doch imemr ist es DIESE ZEit die mich zu mir bringt.
    Ich übe im Alltag im Yoga zu bleiben- in allem was eben ist und was ich tue. EIn breites Übungsfeld.
    Mir stellt sich die Frage, wie ich meine Matten Übungszeit effektiver, intensiver gestalten kann. Ist es nun das längere Halten in einer Asana, ist es das intensivere Pranayama?
    Freu mich auf eure Gedanken dazu!
    Ciao, Hildegard

    • dür mich liegt die lösung bei pranayama, und bei „kriyayoga“, die dinge im alltag im geist des yoga zu tun, involviert, aber ohne sich zu verwickeln in die ergebnisse.
      sriram

Kommentar