Die drei Fragen im Oktober

Sriram antwortet

Fragen und Antworten

1. Sriram, warum ist Yoga in der heutigen Welt wichtig?

Den Einklang vom Körper, Atem und Geist in regelmäßigem Abstand innig zu spüren „entschleunigt“ und bringt unser Leben in einen Rhythmus. Das ist sehr erholsam in unserer Zeit, deren Geist uns beschleunigt.

2. Ist die „Entschleunigung“ nicht kontraproduktiv, dann wenn man den Stürmen des Lebens trotzen will? Oder wenn man seine Ziele durchsetzten will?

In gewisser Weise, Ja. Überall da, wo Yoga zu einer Wohlfühltechnik herabgestuft wird, ist in Bezug auf die Stürme des Lebens die „Entschleunigung“ eine Besänftigung, die kontraproduktiv wirken kann. Da kann man die Ziele plötzlich in Frage stellen und da kann uns Yoga empfindlicher und vom Wohlgefühl abhängig machen. Das Wesen des Yoga aber ist ein unermüdlicher stiller Kampf, eine Entsagung an die eigene Überempfindlichkeit.

3. Wie verhindert man, dass Yoga nicht zu einer Flucht wird, bei der wir uns inmitten einer stürmischen See auf eine ruhige Insel zurückziehen?

Yoga wird zur Flucht, wenn wir auf der Insel bleiben wollen, solange der Sturm tobt. Yoga ist dann keine Flucht, wenn wir bei ihm die Kraft tanken, um den Sturm besser zu widerstehen.

Vorschau für November: die Diskussion über Yoga und Kommerz

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8 Kommentare zu “Die drei Fragen im Oktober
  1. Emma sagt:

    Durch Yoga bin ich endlich drauf gekommen, nicht so viele Überstunden zu machen und meine Widerstände aufzubauen und mich nicht verbraten zu lassen von der Firma.

  2. Liebe Anjali, lieber Sriram!
    Ein wunderschönen Blog und ansprechenden Themen. Vielen Dank! Ich werde regelmäßig reinschauen!!

  3. Maria Anna Hertl sagt:

    Vielen Dank Euch beiden für diese Einrichtung!
    Yoga, gerade in unserer Tradition ist für mich der Lebensweg geworden,mit dem ich sicher-immer wieder aufstehen kann, nach oder auch während einer Erkrankung oder Krise. Die Entschleunigende Phase
    ist dringend erforderlich um das Wesentliche zu spüren und zu erleben
    – mit all seinen Konsequenzen, die ja eh nur avidja sind.namaste

  4. Elke sagt:

    Seit ich mich auf den Yogaweg begeben habe, kann ich viel besser mit Schwierigkeiten und Hindernissen in meinem Leben umgehen. Früher war ich oft unglücklich, traurig, frustriert – heute fühle ich mich dank YOGA angenommen, stark, glücklich. Innere Harmonie, Frieden, Klarheit hat sich in mir breitgemacht, ich bin viel weniger angreifbar geworden. Und ich habe sowohl beruflich als auch privat als auch psychisch Ziele erreicht, die mir nahezu unerreichbar schienen. Also: Die „Entschleunigung“ durch YOGA lohnt sich in jeder Hinsicht, macht stark, stabil, glücklich!

  5. Supani sagt:

    LIeber Herr Sriram!
    Was meinen Sie mit „Entsagung an die eigene Überempfindlichkeit?“

    Supani

    • Anjali sagt:

      Nicht so zimperlich sein, mit Mut vorangehen, die Wehwehchen zurücklassen, den Blick nach vorne richten, weitergehen keinesfalls was schwächt kultivieren, bewusst nicht im negativen verweilen.sriram

  6. Thomas sagt:

    Paul Virilio hat in der zunehmenden Geschwindigkeit unserer Lebensprozesse (auch und vor allem informationeller Art) eine der grössten Gefahren unserer Zeit diagnostiziert. Wir verlieren die Lebensrhytmen, den Kontakt zu uns selber.
    Vielleicht gibt es ohne Entschleunigung kein viveka, kein yogisches Leben…

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